43: Winters grobe Hand

>>Dass Winters grobe Hand dir nicht entstelle den Sommer, eh du ihn noch destiliert.
Mach ein Gefäß voll, such dir eine Stelle als Schatzraum, wo sich Schönheit nicht verliert.

Ein Einsatz, den man nicht für Wucher hält, lasst die, die Zinsen geben glücklich strahlen, sie brächten gern ein zweites Disch zur Welt und würden zehn Mal zehn für eins dir zahlen.

Viel glücklicher als du wärst Du-mal-Zehn.
Dein zweites Ich, wär´s zehn von diesen Zehn.
Was kann der Tod dann tun? Musst du auch gehn, du bleibst noch zehnfach auf der Welt bestehn.

Sei nicht so eigensüchtig, lass beim Sterben.
Nicht nur die Würmer deine Schönheit erben.<<

Stille herrschte im, von flackerndem Kaminfeuer erfüllten, Salon. Bedächtiges Schweigen. Anerkennendes Nicken.
Nadine strich ihr schwarzes Kleid zurecht und setzte sich. Sie führte ihr Glas an die Lippen um ihre trockene Kehle an zu feuchten. Auf Roberts Gesicht war keine Regung zu erkennen. Nadine fragte sich ob sie einen Fehler gemacht hatte. Nein. Ausgeschlossen. Sie waren das Sonett so oft durchgegangen. Endlose male hatte er Nadine rezitieren lassen, sie manchmal mitten in der Nacht geweckt und abgefragt bs jede Silbe, jedes Komma, jede Pause und die Betonung tief in ihrem Gedächtniss festsaßen. Trotzdem sah Robert nicht zufrieden aus.
>>Nun Professor Levingston,<< Professor Michaels, ein arroganter, vom Leben gelangweilter Lehrer für Architektur und Wirtschaft nippte an seinem Glas Bunnahabain. >>ich bin positiv überrascht. Sie bereichern unseren kleinen Treffen immer wieder. Sagen Sie, sind alle jungen Damen aus Boise so gebildet?<<
>>Leider hatte ich während meiner Zeit als Professor nur sehr wenige Studenten die sich auch nur ansatztweise so für Lyrik engagieren wie meine Begleitung, und nicht eine Einzige die dem Auge so schmeichelt.<<
>>Haben Sie den Keim für das Interesse dieser bezaubernden Dame gesäht Professor Levingston?<< Fragte Professor Ranchet, ein näselnder dürrer Brite mit nospheratischen Gesichtszügen.
>>Professor Ranchet, ich kann behaupten einigen Samen in dieser jungen Dame gesäht zu haben. Leider wäscht sie ihn immer wieder aus sich heraus.<<
Die Männer lachten vornehm, die Frauen sahen verschämt auf den reich gedeckten Tisch.
Nadine streckte ihren schmerzenden Rücken. Die Stühle mochten antik sein, bequem waren sie deswegen nicht. Es war ungewohnt ein Kleid zu tragen, selbst wenn es aus schwarzem Satin war und sich ihrem Körper wie eine zweite Haut anpasste. Egal wie teuer es war, es fühlte sich an als stecke sie in einer Zwangsjacke.
>>Habe ich etwas falsch gemacht?<< Flüsterte sie. Robert warf ihr einen kalten Blick zu.
>>Darüber unterhalten wir uns später.<< Flüsterte er. >> Mach dich schonmal auf was gefasst.<<
>>Miss Braeburn.<< Wandte sich Misses Michaels and Nadine. >>Darf ich fragen was Sie beruflich machen?<<
>>Nun,<< Nadine tupfte sich den Mund mit der Serviette neben ihrem Teller ab. >>Ich bin<<
>>Die beste Studentin die die Boise Marriot Universität jeh gesehen hat.<< Schnitt ihr Robert das Wort ab.
Nadine sah Robert an. Sein gebieterischer Gesichtsausdruck ließ ihr einen kalten Schauer über den nicht verhüllten Rücken laufen. Sie schwieg und ließ die sechs Gänge des ausgedehnten Essens über sich ergehen. Männer die über Geschichten lachten bei denen Nadine die Pointe nicht verstand. Frauen die sich darüber unterhielten wie toll es doch ist einen Mann mit gehobenem Einkommen zu haben. Gespräche über Wertpapiere und festverzinsliche Einlagen. Nichts von Interesse.

Als das Essen für beendet erklärt wurde schlich Nadine, wie auf den Planken eines in Seenot geratenen Schiffes, die Treppen zu ihrem Zimmer hinauf. Ihr Herz setzte kurz aus als sie Robert nackt mit dem Rücken zu Tür stehen sah. In der einen Hand ein Glas Scoth, in der Anderen seinen zur Schlaufe gebunden Ledergürtel. Der Henker stand bereit und jetzt wares an ihr den Kopf auf den Richtklotz zu legen. Nadine hatte Robert verärgert. Und wenn er verärgert war, wurde er grausam.
Im Mondlicht besah sie den Körper des Professors und stellte fest das es keinen Quadratzentimer seiner Haut gab den ihre Finger noch nicht gefühlt und den ihre Zunge noch nicht geschmeckt hatte.
>>Schließ die Tür.<< Sagte er kalt ohne sie an zu sehen.
Widerspruch war zwecklos. So oder so würde sie ihre Strafe für etwas bekommen, von dem sie nicht einmal wusste was es war. So etwa muss sich eine Hexe vor dem Tribunal gefühlt haben.
Die Tür fiel ins Schloss und der Schlüssel wurde gedreht. Robert nahm einen Schluck aus dem Glas.
>>Was ist denn los? Was habe ich<<
>>Zieh das Kleid aus.<< Wieder sah er sie nicht an.
>>Wie bitte?<< Wagte sie sich zu fragen.
>>Zieh das Kleid aus.<< Er trank das Glas leer und stellte es auf den Nachttisch.. >>Bauerntrampel tragen keine Kleider.<<
Nadine schob die Träger ihres Kleides von den Schultern, lautlos glitt es zu boden.
>>Auf die Knie.<< Befahl Robert. >>Wie es sich für einen Bauerntrampel gehört.<<
Nadine kniete nieder. Was auch immer Robert vorhatte, er würde sie nicht ins Gesicht schlagen. Nicht dort wo man es sehen konnte.
Er drehte sich um, durchquerte das Zimmer und legte ihr seinen Gürtel um den Hals. Für einen Moment hatte sie das Gefühl zu ersticken. Was das der Plan?
Eine harte Erektion baute sich zwischen Roberts Beinen auf. Der Gürtel um Nadines Hals schnürte ihr auch noch das letzte Bisschen Luft, verzweifelt versucht sie zu atmen.
Gerade als Nadine das Gefühl hatte ohnmächtig zu werden löste Robert den Gürtel. Nadine riss den Mund auf um ihre Lungen zu füllen. Zwei Atemzüge gelangen ihr, dann stieß Robert seinen Penis in ihren Mund und zog den Gürtel wieder zu.
>>Zitiere.<< Befahl er.
Nadine verstand nicht. Mit fragendem Blick sah sie zu ihm hinauf. Robert zog den Gürtel enger.
>>Zitiere!<< Befahl er. >>Oder ich erwürge dich hier und jetzt...<<
Sie hatte die Wahl.

>>Dass Winters grobe Hand dir nicht entstelle den Sommer, eh du ihn destiliert...<<

3.1.12 17:15

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