>>Einmal Konnerly.<< Fisher schüttelte den Kopf obwohl er etwas in dieser Art erwartet hatte. >>Nur ein einziges mal würde ich gerne etwas vorweisen können das nicht aussieht wie ein verdammtes Küchensieb.<<
Gerry zuckte mit den Schultern. >>Sie hatte ein Messer, was sollte ich da machen?<<
>>Ins Bein schießen, eine aufs Maul hauen, sie umrennen. Egal. Musstest du sie wirklich so zusammenschießen?<<
>>Ich sehe lieber sie tot als mich.<<
Einsatzleiter Mickey Maus schlug mit der Faust auf die Motorhaube des Streifenwagens.
>>Verdammt nochmal Konnerly!<< Grunzte er mit zusammengebissenen Zähnen. >>Was um himmels Willem stimmt mit Ihnen nicht?!<<
>>Hey, ich SOLLTE helfen, oder? Wenn Sie mit meinen Methoden nicht einverstanden sind, dann suchen Sie sich für das nächste Mal jemand anderes oder noch besser, bewegen Sie Ihren fetten Arsch selbst hinein. Ich bin gespannt ob Sie sich immernoch über meine Methoden aufregen wenn Ihnen jemand mit einem Messer gegenübersteht.<<
Punkt, Satz und Sieg Konnerly. Endstand 2:0.
Mickey Maus schraubte den Deckel eines orangen Plastikröhrchens und ließ eine weiße Pille in seine hohle Hand fallen. Gerry reichte ihm seine Feldflasche und der Einsatzleiter spühlte die Tablette mit einem brennenden, klebrigsüßen Gemisch hinunter. Mickey verzog das Gesicht.
>>Was ist das für ein Zeug?<<
>>Ocote. Orangensaft, Cola und Tequila. Tritt einen nicht um, sorgt aber für wohlige Gelassenheit.<<
>>Sie können doch nicht... das ist doch... Sie sind wirklich... ach was soll´s.<< Mickey setzte die Flasche an und trank sie in einem langen Zug bis zur Hälfte leer, reichte sie an Fisher weiter der sich ebenfalls einen großzügigen Schluck gönnte und sie an Gerry weitergab der sie endgültig leere.
Die drei Männer standen eine Weile stumm um die Motorhaube versammelt, schnieften und warteten darauf das der Ocote seine Wirkung entfaltete.
>>Na gut.<< Brach der Einsatzleiter das bedrückende Schweigen und wandte sich an einen untätig herumstehenden Sanitäter. >>Tüten Sie das Mädchen ein und schaffen Sie es in die Pathologie.<<
>>Ja Sir.<< Nickte der Sanitäter und begab sich auf die Suche nach einem Leichensack.
>>Beschissen gelaufen.<< Murrte Fisher und klopfte Konnerly, obwohl er immernoch sauer auf den Söldner war, anerkennend auf die Schulter.
>>Beschissen gelaufen.<< Nickte Gecko ab und zündete sich eine Zigarette an.
Mickey Maus streckte den Rücken durch, legte die Hände in den Nacken und ließ sein Gesicht von Sonne und Ocote wärmen. >>Beschissen gelaufen.<<


>>Wie ist es gelaufen?<< Fragte Meagen als Gerry das Büro am Nachmittag betrat.
>>Hab gewonnen.<< Gähnte er, setzte sich auf das dunkelviolette Sofa und zog das Magazin aus seinem Gewehr, das M16 rächte sich für eine verspätete Reinigung gern mit Ladehemmungen. >>Anrufe?<<
>>Ja.<< Meagen nahm den kleinen gelben Klebezettel von ihrer Schreibtischlampe. >>Dischka will dich sehen, sie hat einen Job für dich..<<
>>Heute noch?<<
>>Am besten Gestern schon.<<
>>Bin unterwegs.<< Auf dem Weg nach draußen fischte Gerry eine Dose Blue Bizon aus dem Kühlschrank neben seinem Schreibtisch, riss sie auf und hatte die Dose ausgetrunken bevor er seinen, direkt an der Straße geparkten, Suburban erreichte. Angetrunken fuhr er sogar besser als nüchtern, aber was sagt das schon über jemanden aus der das Fahren mit einem Traktor gelernt hatte.

Sean war am Boden zerstört als die Sanitäter das Mädchen in einem schwarzen Plastiksack die Treppe des Farmhauses hinuntertrugen. Ohne Zweifel war ihr Körper noch warm und weich, die Haut noch geschmeidig und das Fleisch noch elastisch. Er verfluchte sie. Warum waren sie so grausam zu ihm? Warum gaben sie ihm nicht fünf Minuten allein mit dem verschwitzten, jetzt wohl nicht mehr ganz so makellosen Körper? Er hatte sie ausgesucht, hatte sie seinem Meister als Material dargebracht und jetzt wurde er um sein Vergnügen gebracht. Das war nicht fair! Eine himmelschreinede Ungerechtigkeit! Sie betrogen ihn um seine Belohnung. Eine Belohnung die selbst der Doktor Sean von Zeit zu Zeit für gute Leistungen einräumte.
>>Hättest den kleinen Penner abknallen sollen.<< Kicherte Romulus. >>Dann hättest du jetzt deinen Spaß mit der Kleinen. Oooooooh und was für ein Spaß das gewesen wäre. 16 Jahre alt, so jung und so unschuldig. Tja, kommt davon.<<
>>Dann wären wir jetzt genauso tot wie sie. Genauso tot wie sie wären wir jetzt.<<
>>Remus...halt...dein...verkommenes...verkotztes...ranziges...stinkendes...Fotzenleckergesicht!<<
>>Es gibt heute keine Fotze zu lecken. Zu lecken gibt es heute keine Fotze.<<
>>Und wer ist Schuld daran? John Jay Rambo war ja zu feige um das Schweinchen zu erledeigen.<<
>>Er hätte einfach durch die Wand geschossen und uns umgebracht. Umgebracht hätte er uns einfach und durch die Wand geschossen.<<
>>Remus, Bruder, du kannst von Glück reden das wir uns einen Körper teilen, sonst hätte ich dich schon vor langer Zeit erschlagen wie einen räudigen Köter.<<
>>Ironie des Schicksals. Schicksal der Ironie.<<