Sahra Quentin, 31 Jahre alt, ein Meter 55 groß, 132 Kilo schwer, Telefonistin auf Kurzarbeit, hatte erstaunlich lange ihrer Wandlung beigewohnt. Francis hatte sich wirklich Mühe gegeben sein Versprechen, sie in etwas wunderbares, zu verwandeln, ein zu halten. Es war nicht gerade leicht gewesen Sahra lange genug am Leben zu halten bis ihr klar wurde das der Doktor ihr einen Gefallen tat. Leider hauchte sie nach etwas mehr als 10 Stunden ihrer Veränderung ihr unbedeutendes Leben aus, um als etwas wiedergeboren zu werden von dem Francis angenommen hatte es wäre ein Gottesgeschenk an die undankbare Menschheit.
Doch jetzt, nach kaum einem Drittel der Erschafung, kam Doktor Francis zu der Erkenntniss das Sahra minderwertiges Arbeitsmaterial war. Eigentlich hatte er bereits nach zwei Stunden die Begeisterung für die fette Telefonistin verloren. Langweiliger Rohstoff, führte langweilige Leben und wurden langweilige Werke. Der Gedanke daran eine kostbare Zeit und sein unermessliches Können an dieses misratene Werk verschwendet zu werden, schnürte seine Kehle zu.
>>Dotor?<< Fragte Sean vorsichtig. >>Stimmt etwas nicht?<<
>>Findest du dieses Werk gelungen Sean?<< Das Herz des Assistenten machte einen Freudensprung. Doktor Francis, sein Herr und Meister, fragte Sean nach seiner Meinung.
>>Natürlich Herr Doktor. Es ist eines Ihrer besten Arbeiten überhaupt.<<
>>Aaaaaaaaaarschkriiiiiiiiiiiiecheeeeeeeer!<< Protestierte Romulus. Er fand diese Skulptur mindestens so daneben gegangen wie Francis selbst.
Francis verzog das Gesicht, wütend darüber seine Zeit mit Sahra verschwendet zu haben.
>>Mir gefällt es überhaupt nicht. Es ist totlangweilig.<<
Sean verstand die Welt nicht mehr. In seinen Augen war das Werk sehr gelungen. Sahras Bauchdecke durch eine Plexiglasscheibe ersetzt, ihr Herz in der rechten Hand, den Magen in der Linken als Opfergaben gen Himmel gehoben. Das Herz mit dem sie Schmerz und Einsamkeit fühlte, der Magen der sie all die Jahre davon abgehalten hatte Glück zu empfinden. Sollten die Götter sie doch von diesen Lasten erlösen.
>>Ich finde es nicht sehr gelungen. Nicht sehr gelungen finde ich es.<< Remus war zumindest ehrlich.
>>Die Statue an sich ist mieserabel.<< Knurrte Romulus. >>Aber es hat Spaß gemacht der fetten Sau dabei zu zu sehen wie sie sich gewunden hat. Wie ein Fisch an Land.<<
>>Das war witzig. Witzig war das.<<
Francis legte die Gummischürtze ab, wusch sich die Hände am angelaufenen Edelstahlwaschbecken in der Ecke des Operationssaales und zog seine Sachen an. Das Gefühl von Stoff und Baumwolle auf seiner Haut erdete seine Gedanken. Nur bekleidet konnte er seine Arbeit ohne Vorurteile beurteilen. Grauenhaft und langweilig. Sich noch einmal mit Sahra zu beschäftigen wäre nur ein feiger Versuch seine unterirdische Leistung zu verschleiern. Besser war es der Wahrheit ins Gesicht zu sehen und sich ein zu gestehen das dieses Werk eine diabolische Verschwendung war. Undenkbar jemandem diesen Pfusch zu zeigen. Was für eine Welle des Entsetzen würde über sein Tun schlagen. Man würde ihn auf eine Stufe mit diesem Scharlatan Gunther von Haagens stellen. Nicht einmal das, als Nachahmer würde man ihn verschreien, seinen Ruf und seinen Verstand mit Füßen treten, ihn vielleicht sogar ins Gefängniss sperren. Nein. Es war das Beste diesen missglückten Versuch einfach zu entsorgen und sich einen interessanteren Rohstoff zu besorgen. Jemanden mit Feuer, jemanden der zu gleichen Teilen Aufregung und Gelassenheit, Mut und Tatendrang ausstrahlte. Diesen kleinen, wild um sich schießenden Kunstbanausen zum Beispiel. Zwar hatte der Doktor noch keine Idee in welcher Weise er diesen waffenschwingenden Fußabtreter willenloser Büttel darstellen sollte. Doch dieses Problem, wenn man es überhaupt ein Problem nennen konnte, löste sich für gewöhnlich in dem Moment in dem Francis die Schürtze überstreifte. In diesem Augenblick durchströmten den Doktor dann tausende genialer Ideen von denen er streng und schmerzlich die besten herausklauben musste. Seit 20 Jahren lösten sich diese Blockaden wenn Francis mit der Erschaffung eines neuen Werkes begann.
>>Was gedenken Sie mit dem Werk zu tun Herr Doktor?<< Fragte Sean.
>>Ich?<< Francis schüttelte enttäuscht den Kopf. >>Gar nichts. Ich habe schon genug Mühen in diese unglückliche Machwerk investiert.<<
>>Wenn Sie erlauben werde ich es entsorgen.<<
>>Tu damit was du willst Sean. Schaff es mir nur aus den Augen und bereite meine Instrumente für das nächste Werk vor.<<
>>Jawohl Herr Doktor.<<
Francis verließ den Operationssaal und warf die Tür hinter sich zu.
Sean wartete voller Vorfreude bis die Schritte seines Meisters auf der Treppe verhallten. Auch wenn er sich eingestehen musst das das Werk wirklich nicht die beste Arbeit des Doktors war, hatte er doch etwas womit er sich vergnügen konnte. Nicht nur Überreste. Sondern ein ganzes, eigens für ihn erschaffenes, Kunststück.
Er schob die Hand in die Hosentasche und befühlte durch den Stoff einer Hose seinen Penis.
>>Das willst du doch nicht wirklich tun oder?<< Romulus klang angewidert. Dabei schrie er sonst immer am lautesten wenn es darum ging sich mit den Resten zu beschäftigen. >>Das ist krank Sean. Richtig krank!<<
>>Warum auf einmal so zimperlich? Auf einmal so zimperlich, warum?<<
>>Sieh sie dir doch mal an. Die ist so...fett. Nicht etwas mollig oder etwas stämmig gebaut. Fett. Widerwärtig, ekelhaft, abstoßend fett.<<
>>Aber sie ist in einem Stück. In einem Stück ist sie aber noch. Sowas hatten wir noch nie. Noch nie hatten wir sowas.<<
>>Ich hätte mich auch nicht darum gerissen.<<
>>Lassen wir Sean das entscheiden. Entscheiden lassen wir das Sean.<<
>>Okay.<< Romulus gab sich geschlagen. Er konnte ohnehin nicht viel machen außer sich zu beschweren. >>Also Seaniboy. Du hast zur Abwechslung mal das letzte Wort.<<
>>Dazu braucht es keine Worte.<< Er öffnete seinen Hosenschlitz und holte seinen harten, pulsierenden Schwanz hervor.
>>Hin und wieder frage ich mich wirklich warum ich mich mit euch Pfeifen abgebe.<< Protestierte Romulus. >>Manchmal seid ihr so ein ganz kleines bisschen pervers.<<
>>Sei still und genieß die Show. Genieß die Show und sei still.<<