34: Und bist du nicht willig

Robert war wütend. Das war gut, denn wütend fickte er besser. Stürmischer, rauher, unbeherrschter. Einfach intensiver. Nadine überlegte ob sie ihn nicht einfach jedes mal wütend machte bevor sie sich ihm hingab, oder besser gesagt, bevor er sie sich nahm. Es hatte viele Männer gegeben an denen sie hatte üben können und diese Übung kam ihr jetzt zu gute. Sie wusste wann sie ihre Muskeln anspannen und wann sie loslassen musste, wann sanfter Druck nötig war und wann es an der Zeit war nachzugeben, wann geschickte Finger und wann eine flinke Zunge nötig war um den Fick entweder herauszuzögern oder zu beenden. So wie sie es wollte. So wie sie es brauchte.
Seit einer Stunde wanden Robert und Nadine sich nun schon verschwitzt, hart und feucht triefend in den roten Satinlaken von Roberts geräumigen Bett in seinem stilvollen greäumigen Schlafzimmer seiner stilvollen geräumigen Wohnung im besseren Teil von Boise. Nadine hatte ihre Orgasmen gehabt, es war an der Zeit die Sache zu beenden. Im richtigen Augenblick straffte sie die Muskeln zwischen ihren Beinen, drückte ihren Daumen zwischen die Stelle zwischen seinen Eiern und seinem Arschloch und bäumte sich auf. Das Happy End spritzte als warmes, feuchtklebriges Ergebniss in sie hinein. Er glitt schlaff aus ihr heraus, rollte sich auf die Seite und rang nach Atem. Sie griff nach einem Taschentuch aus der Box auf dem Nachttisch neben dem Bett um seinen Erguss von den Innenseiten ihrer Schenkel zu wischen.
>>Wenn der alte Shakespeare das gesehen hätte.<< Nadine wischte sich den Schweiß von der Stirn. >>Könnten wir uns bald über ein neues Epos freuen.<<
>>Möglicherweise hat er uns ja gehört.<< Robert rang nach Atem. Was für einen Glücksgriff er mit mit diesem hübschen, intelligenten, geschickten Mädchen gemacht hatte. Es war ein nicht unerheblicher Trost das Robert sie ficken konnte während diesem kleinen Mistkerl, der ihm im Sinfull Inferno in die Parade gefahren war, diese Freude verwehrt blieb. Mit wohliger Genugtuung griff er nach der Wasserflasche am Fußende des Bettes und gönnte sich einen großen Schluck.
Nadine sah grinsend zu wie er die Flasche an den selben Mund führte aus dem die Zunge kam die ihre Klitoris geleckt hatte bis sie stöhnend und zitternd das erste mal gekommen war.
>>Nicht schlecht für einen alten Mann oder?<< Fragte er und reichte ihr die Flasche.
>>Ich bin auf jeden Fall schon schlechter von Kerlen gefickt worden die halb so alt waren wie du.<<
Robert nahm es als Kompliment.
Nadine setzte sich auf den verschwitzten, zerwühlten, befleckten Laken auf und strich sich eine widerspenstige Haarsträhne hinters Ohr. Ja, sie war wirklich schon schlechter gefickt worden.
Robert zog seine ausgewaschene Jeans an, ging ins stilvoll eingerichtete Wohnzimmer und schenkte sich einen Burbon mit Eis aus der Minibar ein. Er trank wenig, und wenn dann um zu genießen, nicht um sich zu berauschen. Glenfiddich, Tullamond Dew, Shivas Reagel, Gouvenors Club Green Label. Das beste war gerade gut genug für seinen empfindlichen Gaumen. Irgendwann, wenn er der Meinung war das Nadine dafür bereit war, würde er sie in die besseren Kreise der Gesellschaft einführen, Kreise in denen man Scotch trank und Zigarren rauchte, Kreise in denen man Handschlaggeschäfte über astronomische Summen vereinbarte. Zweifellos würde er ihr ein Kleid kaufen müssen. Wie gesagt, irgendwann.
In der Küche zischte ein Flaschenverschluss. Nadine trat, nackt weil unbekleidet, an ihn heran und trank einen Schluck Bier aus der Flasche. Robert hatte sich strikt geweigert Bier zu kaufen, Bier war ein Getränk für Proleten und Fußballhooligans. Wenn Nadine also ein kühles Blondes wollte, so musste sie es sich selbst mitbringen und ganz unten im Kühlschrank verstauen damit es ja nicht die exquisiten Lebensmittel verdarb.
>>Herr im Himmel Nadine.<< Fuhr er sie an. >>Musst du in meiner Gegenwart dieses abscheuliche Zeug in dich hineinschütten?<<
>>Ich MUSS nicht, aber ich WILL.<< Gab sie zurück und trank noch einen Schluck.
Robert schüttelte verständnisslos den Kopf. >>Bist du ein arbeitsloser Maurer oder beziehst du Sozialhilfe?<< Fragte er und nippte verachtungsvoll an seinem Burbon.
>>Nein.<< Sie unterdrückte einen, alles andere als damenhaften, Rülpser. >>Ich bin Arzthelferin und verdiene gutes Geld.<<
>>Warum um alles in der Welt trinkst du dann dieses Prologesöff?<<
>>Oh entschuldigt euer Majestät.<< Nadine vollführte einen Hofknicks vobei sie die imaginären Falten ihres nicht vorhandenen Rocks anhob. >>Ich habe ganz vergessen das es euch zuwider ist wenn die einfache Magd das einfache Getränk der einfachen Leute zu sich nimmt. Vergebt mir werter Herr.<<
Robert leerte seinen Burbon. >>Solange du dich als einfache Magd siehst,<< sagte er und zeigte mit dem Finger auf sie der vor kurzem noch nach ihrem G-Punkt getastet hatte. >>wirst du eine einfache Magd bleiben.<< Er stellte sein Glas auf eine Kommode, härter als er vorgehabt hatte.
>>Herrgott nochmal, da versuche ich dich in eine bessere Gesellschaft ein zu bringen und du gibst dir nicht einmal die Mühe dich entsprechend zu benehmen.<<
Sie sah ihn ungläubig an.
>>Machst du mir jetzt eine Szene wegen einer Flasche Bier? Ich meine, es ist EINE Flasche Bier, kein Fass.<<
>>Es regt mich einfach auf das ich versuche dich in die richtige Bahn zu lenken und du, entschuldige den Ausdruck, darauf scheisst.<<
>>Was soll das Robert? Bin ich dir etwa nicht vornehm genug? Ist es das?<<
>>Hör zu.<< Er hob die Stimme. >>Ich bin Professor für europäische Literatur an einer elitären Privatuniversität, wie sieht es wohl aus wenn ich mit einer biersaufenden, fluchenden, Göre mit dem Sozialverhalten einer Mülltonne gesehen werde? Schließlich habe ich einen Ruf zu verlieren.<<
>>Aber du hast kein Problem damit eine, wie du es sagst, biersaufende, fluchende Göre mit dem Sozialverhalten einer Mülltonne zu ficken.<< Warf Nadine ein. >>Ich komme aus einfachen Verhältnissen, ich lebe in einfachen Verhältnissen und ich habe Freunde aus einfachen Verhältnissen.<<
>>Freunde?<< Spie er die Worte verachtlich aus. >>Du nennst dieses Unterschichtengesocks Freunde?<<
Nadine trank die Flasche leer, ging ins Schlafzimmer und zog ihren Slip und ihren BH an.
>>Wer bist du mir Vorschriften machen zu können? Robert? Wer gibt dir das Recht jemanden als Unterschichtengesocks zu bezeichnen?<<
>>Dieses Recht braucht mir niemand zu geben. Ich nenne das Kind nur beim Namen. Die meisten von ihnen sind arbeitslos oder Tagelöhner, sag mir wieviele von ihnen haben feste Arbeit?<<
Nadine ging ihre Freundeskreis im Gedanken durch. Joe und Mike arbeiteten als Trockenbauer, David war Mechaniker für LKW Motoren, Andy Verkäufer in einem Elektronikmarkt, July, Ben, Vanessa und Daniel waren tatsächlich arbeitslos und lebten von 20 Dollar Sozialhilfe im Monat.
>>Die Hälfte etwa.<< Gab Nadine zu und zog den Reissverschluss ihrer Hose zu. >>Deswegen sind sie noch lange kein Gesocks.<<
>>PACKVOLK!<< Brüllte Robert. >>SIE SIND PACKVOLK! Alle zusammen verdienen nicht halb soviel wie ich. Du degradierst dich selbst zu Pack.<<
Sie schloss ihre Jacke und band die Schnürsenkel ihrer Schuhe.
>>Da fällt mir ein, einen habe ich vergessen.<< Sie legte ihren Kopf schräg und verschränkte die Arme vor der Brust. >>Gerry ist Söldner und DU verdienst im Halbjahr nicht soviel wie ER in einem Monat.<<
Robert war sprachlos. >>Welcher von diesen Schmarotzern ist Gerry?<< Presste er hervor.
>>Du hast ihn vor kurzem kennengelernt. Erinnerst du dich an den Abend im Sinfull Inferno?<<
>>Den Abend an dem du mich bis auf die Knochen vor meinen Kollegen blamiert hast?<<
>>Genau diesen Abend meine ich. Der Kerl gegen den du und deine vier hochgeschätzten Kollegen nicht das Geringste ausrichten konntet. DAS war Gerry.<<
Robert entglitten sämtliche Gesichtszüge, er packte das Glas von der Kommode und warf es gegen die Wohnungstür.
>>DIESER KERL IST EINER DEINER FREUNDE?!<<
>>Ein Guter sogar.<< Sie band ihre Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen.
>>Dieser Bastard kann froh sein das ich ihn nicht in der Luft zerrissen habe.<< Robert schlug mit der Faust gegen die Wand.
>>Du kannst mir glauben.<< Nadine klopfte die Taschen ihrer Jacke nach ihren Schlüsseln ab. >>Er hat schon mehr Leute umgebracht als du unterrichtet. Keiner von euch wäre lebend aus diesem Zimmer gekommen.<<
>>Bei alles was gut und heilig ist.<< Robert machte zwei große Schritte durch das Zimmer und presste seine Nase gegen Nadines Stirn. >>Mit was für Leuten umgibst du dich?<<
>>Unterschichtengesocks, wie du sie nennst.<< Nadine roch den sauren Burbon in Roberts Atem. >>Aber ich bin tausend mal glücklicher arbeitslose oder schlecht bezahlte Freunde zu haben mit denen ich Bier saufen und fluchen kann, als nurnoch einen Tag mit einem Haufen arroganter Sesselfurzer zu verbringen die nicht in der Lage sind eigenhändig eine Glühbirne zu wechseln. In diesem Sinne wünsche ich ihnen noch einen schönen Tag Herr Professor Doktor Literaturexperte.<<
Robert packte sie an den Haaren und warf sie auf den Flurteppich. Er zwang sie brutal unter sich, nur um sie zu demütigen öffnette er ihre Hose, schob ihren Slip beiseite und zwängte seinen Finger in sie hinein.
>>Du hälst dich ja für ein unglaublich hartes Miststück oder?<< Fragte er und drückte seine Hand auf ihren Mund um ihre Schreie zu ersticken. >>Dann werde ich dir das wohl auchnoch austreiben müssen.<<

Und bist du nicht willig, so brauch´ ich Gewalt.

Der Erlkönig
-Johann Wolfgang von Goethe-

12.11.11 07:31

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